AUFSTAND DER WERTLOSEN

Am 6. Juni 1979 rollen und humpeln hunderte Menschen in Rollstühlen, auf Krücken und künstlichen Gliedmassen durch Bern. Weil das Bundeshaus damals noch nicht rollstuhlgängig ist, versammeln sich die selbsternannten «Krüppel» vor dem Parlamentsgebäude und fordern die Politiker lautstark auf, sich ihre Forderungen draussen auf der Strasse anzuhören. Die «Politikerbesichtigung», wie die körperbehinderten Aktivist:innen die unbewilligte Demonstration nennen, ist der Auftakt zu einem jahrzehntelangen Kampf um Gleichberechtigung und gesellschaftliche Inklusion von Menschen, die bis heute von offizieller Seite als invalide – also im Wortsinn als wertlos – bezeichnet werden. Es ist ein Kampf, der das Leben von Millionen nachhaltig verbessert, aber noch längst nicht zu Ende ist.

Fast fünfzig Jahre nach dem ersten Marsch aufs Bundeshaus gehen die «Enkelkinder» der Pionier:innen erneut auf die Strasse. Mit der Inklusionsinitiative wollen sie Behindertenrechte in unserer Verfassung verankern, um zentrale Forderungen der Bewegung endlich verbindlich abzusichern. Aufstand der Wertlosen erzählt ihre Geschichte.

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THE NARRATIVE