ENGEL ÜBER MURI

Vor 1000 Jahren von Habsburgern gegründet, reich geworden mit Hilfe von Kaisern und Bauern, nach dem Aargauer Klosterstreit neu erfunden im Südtirol und in Sarnen/OW: das Kloster Muri als Zeitkapsel und Labor für die Zukunft.

Das Kloster Muri strahlt wieder. Pünktlich zum 1000-Jahr-Jubiläum ist die mächtige Anlage frisch renoviert. Gegründet haben sie die Habsburger, und sie sind bis heute präsent: hier liegen die Herzen des letzten österreichisch-ungarischen Kaiserpaars, Zita und Karl.

1841 kam der Bruch. Mit der Aargauer Klosteraufhebung mussten die Benediktinermönche gehen. Die einen bauten in der Innerschweiz das Kollegium Sarnen auf, die anderen gründeten in Bozen (IT) die Abtei Muri-Gries. Die Nonnengemeinschaft, ebenfalls in Muri entstanden, konnte ihr Kloster in Hermetschwil halten und lebt dort bis heute mit ihrer Äbtissin. Der Blick hinter die Klostermauern zeigt diese Gemeinschaften heute an einem Scheideweg: Was nehmen sie mit in die Zukunft, und was lassen sie zurück?

Heute ist das Kloster Muri ein Ort der Kultur mit Museen, Kino, Pflegezentrum, Primarschule und mehr. Doch nach dem Auszug der Mönche war es nicht einfach, die riesige Anlage mit Leben und Sinn zu füllen. Die Vergangenheit des Klosters prägt die betagten Menschen, die heute in der „pflegimuri“ wohnen, ebenso wie die Lehrerin und ihre Schulkinder der Primarschule. Der Restaurator wirft seinen eigenen Blick auf die imposante Klosterkirche. Und der Enkel von Kaiserin Zita verbindet das Kloster vorab mit der Habsburger Familie.

Was erinnern wir, und warum? Was geben wir weiter, und was brauchen wir für die Zukunft? Ein Dokumentarfilm über Brüche und Beständigkeit, Überlieferung und neue Anfänge.

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